{"id":3357,"date":"2022-06-14T06:40:50","date_gmt":"2022-06-14T05:40:50","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.timepunch.de\/?p=3357"},"modified":"2022-06-14T06:41:02","modified_gmt":"2022-06-14T05:41:02","slug":"ab-august-gelten-neue-regeln-fuer-arbeitsvertraege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.timepunch.de\/en\/2022\/06\/14\/ab-august-gelten-neue-regeln-fuer-arbeitsvertraege\/","title":{"rendered":"Ab August gelten neue Regeln f\u00fcr Arbeitsvertr\u00e4ge"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/dev.timepunch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Arbeitsvertrag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/dev.timepunch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Arbeitsvertrag-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3358\" srcset=\"https:\/\/blog.timepunch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Arbeitsvertrag-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blog.timepunch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Arbeitsvertrag-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.timepunch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Arbeitsvertrag-768x432.jpg 768w, https:\/\/blog.timepunch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Arbeitsvertrag-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/blog.timepunch.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/Arbeitsvertrag.jpg 1686w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>Quelle: https:\/\/unsplash.com\/photos\/HJckKnwCXxQ<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>F\u00fcr neue Arbeitsvertr\u00e4ge sind ab dem 01. August 2022 noch mehr Anforderungen zu ber\u00fccksichtigen. Das erh\u00f6ht den Aufwand f\u00fcr Neuvertr\u00e4ge, kann aber auch bei Altvertr\u00e4gen zus\u00e4tzliche Arbeit verursachen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grund ist die Umsetzung der <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX:32019L1152\">EU-Richtlinie<\/a> (2019\/1152) \u00fcber transparente und vorhersehbare Arbeitsbedingungen, die bis zum 01. August 2022 in nationales Recht umgesetzt sein muss. Die Bundesregierung hat dazu im M\u00e4rz einen Gesetzesentwurf vorgelegt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Arbeitsvertr\u00e4ge<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kern des Gesetzesentwurfs ist, dass Arbeitnehmer*innen besser und umf\u00e4nglicher als bisher \u00fcber ihre Rechten und Pflichten der Arbeit vor einer m\u00f6glichen Anstellung informiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So m\u00fcssen nach dem neuen Gesetzesentwurf ab August zus\u00e4tzlich folgende Punkte im Arbeitsvertrag geregelt sein:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Genaue Regelung zum Arbeitsort, auch dem von mobiler Arbeit.<\/li><li>Genaue Regelung zur Arbeitszeit, z.B. Rahmenzeiten, H\u00f6chstarbeitszeit, Ruhepausen und Ruhezeiten<\/li><li>Zusammensetzung des Entgelts, z.B. Stundenlohn\/Gehalt, Verg\u00fctung von \u00dcberstunden, Zuschl\u00e4ge, Zulagen, Pr\u00e4mien und Sonderzahlungen jeweils mit F\u00e4lligkeit sowie Art der Auszahlung.<\/li><li>Bei Schichtarbeit, das Schichtsystem und Voraussetzungen f\u00fcr Schicht\u00e4nderungen<\/li><li>Dauer der Probezeit und K\u00fcndigungsfristen<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das f\u00fchrt zu einem erh\u00f6hten B\u00fcrokratieaufwand, da Vorlagen f\u00fcr neue Arbeitsvertr\u00e4ge umf\u00e4nglich anzupassen sind. Es f\u00fchrt aber auch zu einer erheblichen Einschr\u00e4nkung des Weisungsrechts f\u00fcr Arbeitgeber*innen, wie es in der Gewerbeordnung (\u00a7 106 GewO) definiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei der Festlegung des Arbeitsorts und der Arbeitszeiten werden Betriebe sich in Zukunft genau \u00fcberlegen m\u00fcssen, wie der Arbeitsvertrag gestaltet sein muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies betrifft vor allem Mitarbeitende die mobil arbeiten d\u00fcrfen. Zum Schutz der Arbeitnehmer*innen m\u00fcssen Arbeitszeiten und Ruhezeiten, und speziell f\u00fcr mobile Arbeit auch die Erreichbarkeit, im Arbeitsvertrag geregelt sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Teilzeitvertr\u00e4ge<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch bei Teilzeitvertr\u00e4gen gibt es f\u00fcr Unternehmen tiefgreifende \u00c4nderungen. Bei sog. Abrufvertr\u00e4gen oder Null-Stunden-Vertr\u00e4gen, m\u00fcssen die m\u00f6glichen Arbeitstage, sowie die Zeitfenster, in denen Arbeitnehmer*innen aufgefordert werden k\u00f6nnen zu arbeiten und auch Mindestank\u00fcndigungsfristen schriftlich im Arbeitsvertrag geregelt sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wichtig: M\u00fcndliche Arbeitsvertr\u00e4ge sind nicht mehr zul\u00e4ssig. Das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) sch\u00e4tzt die Zahl der m\u00fcndlichen Arbeitsvertr\u00e4ge auf immerhin 10 Prozent in Deutschland. Dies gilt ab August auch f\u00fcr Kurzzeitvertr\u00e4ge, die vorher zumeist m\u00fcndlich geschlossen wurden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Befristete Arbeitsvertr\u00e4ge<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sind Arbeitnehmer*innen nur befristet im Unternehmen angestellt, k\u00f6nnen sie einen schriftlichen Antrag zur unbefristeten \u00dcbernahme in den Betrieb stellen. Dieser Antrag muss zuk\u00fcnftig vom Unternehmen nicht nur schriftlich beantwortet, sondern auch begr\u00fcndet werden. Dies trifft vor allem bei einer Nicht-\u00dcbernahme durch den Betrieb zu. Hier zeigt sich das Ziel der EU, Arbeitnehmer*innen verst\u00e4rkt in unbefristete Arbeitsverh\u00e4ltnisse zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00c4nderung bei K\u00fcndigungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch im Fall einer K\u00fcndigung erhalten Angestellte neue Rechte. Unternehmen sind ab August verpflichtet, K\u00fcndigungen schriftlich zu begr\u00fcnden. Eine ordentliche K\u00fcndigung muss au\u00dferdem die K\u00fcndigungsfrist beinhalten, auf die sich der\/die Arbeitgeber*in beruft. &nbsp;Zudem m\u00fcssen Arbeitnehmer*innen auf die Drei-Wochen-Frist zur Einreichung einer K\u00fcndigungsschutzklage nach \u00a7 4 des K\u00fcndigungsschutzgesetzes (KSchG) hingewiesen werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bestehende Arbeitsvertr\u00e4ge<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gute Nachricht zuerst. F\u00fcr Betriebe gibt es bei Altvertr\u00e4gen erst einmal keine Notwendigkeit diese anzupassen. Im Gegenzug erhalten Angestellte aber die M\u00f6glichkeit eine Anpassung des bestehenden Arbeitsvertrags zu verlangen. In diesem Fall ist der Arbeitsvertrag innerhalb einer Frist von 7 Tagen durch Arbeitgeber*innen anzupassen und dem oder der Arbeitnehmer*in auszuh\u00e4ndigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Strafen bei Nicht-Einhaltung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Halten sich Unternehmen ab August nicht oder nicht vollst\u00e4ndig an die neuen Vorschriften, wird dies im Regierungsentwurf als Ordnungswidrigkeit ausgelegt. Ordnungswidrigkeiten k\u00f6nnen mit Geldbu\u00dfen von bis zu 2.000, &#8211; Euro bestraft werden. In jedem Fall also ein guter Grund, sich rechtzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr neue Arbeitsvertr\u00e4ge sind ab dem 01. August 2022 noch mehr Anforderungen zu ber\u00fccksichtigen. Das erh\u00f6ht den Aufwand f\u00fcr Neuvertr\u00e4ge, kann aber auch bei Altvertr\u00e4gen zus\u00e4tzliche Arbeit verursachen. 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